2009 beschloss die EU unter Berufung auf Klimaschutz und
Verringerung der Abhängigkeit von Erdölimporten, dass bis 2020
mindestens 10 Prozent des Kraftstoffs aus „erneuerbaren Quellen“
stammen müssen. Diese Agro-Kraftstoffe, beschönigend als „Biosprit“
oder „Biodiesel“ bezeichnet, werden fast ausschließlich aus
Nahrungsmitteln hergestellt (Weizen, Mais, Zuckerrohr, Ölpalme,
Raps, Soja).
In Deutschland entbrannte bereits 2011 eine heiße Diskussion,
nachdem E10-Treibstoff (Benzin mit 10 Prozent Ethanolanteil)
eingeführt worden war.
Durch die höhere Alkoholbeimischung können Aluminium (Motoren,
Benzinpumpen) oder Kunststoffteile (Dichtungen, Kraftstoffschläuche)
angegriffen werden. Aus Angst vor Motorschäden stiegen viele
Autofahrer auf das teurere Super mit 5% Ethanolanteil um.
In vielen Studien werden inzwischen sowohl die angeblichen
Umweltvorteile („klimaneutral“) massiv in Zweifel gezogen als auch
die teilweise katastrophalen gesellschaftlichen Folgen kritisiert.
Neben großen Umweltorganisationen und kirchlichen Gruppierungen
haben sich daher vor kurzem auch die Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO), die Weltbank, die OECD,
das Welternährungsprogramm (WFP) u.a. mit folgenden Argumenten klar
gegen eine weitere Förderung von Agro-Kraftstoffen ausgesprochen:
- Verdrängung von Nutzpflanzen durch Energiepflanzen führt zu
weltweit stark steigenden Lebensmittelpreisen und damit zu
Unterernährung und Hunger bei ärmeren Bevölkerungsschichten.
- Negative Energiebilanz bei Einrechnung von Dünger- und
Pestizidproduktion, Maschineneinsatz und der Prozessenergie für die
Verarbeitung – es muss mehr Energie aufgewendet werden, als man am
Ende herausbekommt!
- Höhere Klimabelastung (CO2-Freisetzung) durch Rodung von
Regenwald bzw. Torfwäldern für Soja-, Zuckerrohr- und
Palmölplantagen in den Exportländern Brasilien, Indonesien und
Malaysia.
Trotz dieser weltweiten Kritik soll 2012 auch in Österreich
E10-Treibstoff eingeführt werden.
In der EU wird die Herstellung von Agro-Kraftstoffen mit jährlich
etwa 3 Milliarden Euro Steuergeldern subventioniert. Es geht also
vor allem um eine teure Förderung der Agrarindustrie – und um eine
menschenverachtende Politik.
GR Erich Meister
Als Obmann im Fachausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und
Katastrophen wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde
Söchau
Frohe
Weihnachten sowie Gesundheit und Erfolg im Jahr 2012 !
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